Hindernis auf Kurs

Raketenhaft hatte das Frühjahr einen Sommertag in die Landschaft geschoben. Das kleine Städtchen, in dem 3Max seit einigen Monaten seine Runden drehte, funkelte wie eine Spiegelscherbe im Mobiliar, und im Ensemble alltäglichen Einerleis agierten die Figuren wie aufgezogen. Uhrzeit: Mitte April.

Nach der Trennung von seiner Frau, die undramatischer verlaufen war als eine Reifenpanne um Mitternacht, hatte 3Max hier einen neuen Anfang gesucht, zuerst als Tourist, nachher als Fremder. Handicap: Autopilot. Es war schwer, diese Einstellung abzustreifen. Vielleicht würde dieser Tag eine Wende bringen. Gutes Wetter war hilfreicher als das beste Horoskop, und wenn eine ganze Jahreszeit übersprungen wurde, war das ein Zeichen. 3Max liebte Zeichen.

O-Ton: «Erlösung und Zuversicht – zwei Worte, ein Tag.» Solche und ähnliche Gedanken flatterten beständig durch die Innenwelt unseres Protagonisten, dessen bürgerlichen Namen wir diskret verschweigen, um seinen Wunschnamen zu nennen. Kurzer Schwenk: «Danke».

Angespornt vom kravallartigen Getue des Volkes, das unbeaufsichtigt durch die Sonnenstrahlen wirbelte, beschloß 3Max, eine Initiative zu schalten. Kurz vor dem Straßencafé, in dem er die meisten Vormittage verbrachte, drehte er ab in Richtung des Berges, der direkt ans Zentrum grenzte und den die Einheimischen «Hügel» nannten. Auf der Suche nach dem großen Licht in der Stadt, hatte er bislang versäumt, die Stadt selbst zu erkunden. Und die Aussicht, die der Berg bot, würde einen Anfang markieren. Pessimisten hätten hier ein Sitcom-Gelächter vernommen. Aber 3Max war Optimist. weiter lesen