Mark Rinasky

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Grau, schwarz-weiß: Regen. Es war Zukunft. Der Himmel hing wie eine Attrappe über der Stadt, und die Zeiger der Uhren liefen auf Touren: Autos hupten, Kinderschreie drangen aus geöffneten Fenstern – Schüsse fielen. Ein ganz normaler Augusttag im Jahre X, ein Jahr mit dreizehn Monden. Berlin. Aufblende: Steve Leife stieg aus dem goldenen Rahmen, klopfte den Staub von seinen Schultern und riskierte eine Sprechprobe: «Living Apart Together». Halleffekt: «Getrenntes Zusammenleben». «Na, prima», stammelte der Rechner. Steve nickte. Der Alltag des 21. Jahrhunderts war ihm verhaßt. Steve hatte eine Aversion gegen ferne Regionen – Zonen, in denen der Alltag noch auf drei Dimensionen lief. Schrott in 3D. Und weg. Steve mochte keine Distanzen. Und er mochte auch keinen Staub: Gespenster, die alphabetisch auf der Lauer lagen, um sich unter seiner Obhut in obskure Textgebilde zu verwandeln. Geflüster! «Ein verwegener Einbruch in die monotonen Gefilde zeitgenössischer Zeremonien», plapperte die Konsole. Aber waren Reden, insbesondere solche, die ernstgemeint waren, nicht out?

Kurz vor Ewigkeit

Irgendjemand hatte die Parameter des Lebens verändert, die Jahreszeiten wechselten schneller als Tag und Nacht, und es gab Menschen, die sich selbst in der Vergangenheit begegneten. Unbefugtes Leben verboten. Der Titel war verwirrend, und meine Gedanken buchstabierten: Fenster zum Himmel. Ich hatte mich mal wieder überreden lassen, ins Kino zu gehen, und da mir der Film nicht gefiel, dachte ich mir alternative Titel aus. 31. November: Zu intellektuell. Das letzte Blatt: Zu sentimental. Ich wäre dem Leben auf der Leinwand gerne ausgewichen, aber neben mir saßen zwei Kollegen, die ich nicht im Stich lassen durfte. Abgeriegelte Bilder. Ich war neu hier und wollte niemanden vor den Kopf stoßen. Außerdem spielte Ritschie Müller eine Hauptrolle in der Kindheit seiner Mutter: Kurzer Applaus. (10/2002)

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