Mark Rinasky

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4you

Schließ Deine Kleider
und ordne Dein Haar
Löse das Rätsel
und öffne das Tor
So werde ich da sein
so oft Du mich rufst
Wir werden ein Paar sein
geborgen am Rhein
Dem Schein enthoben
auf der Höhe des Seins
Das Versprechen wird wahr sein
auch jenseits vom Schwur
Das Glück wird unser Gast sein
und das Zauberwort Dein:
Sei mein!

 

Dreiklang der Liebe

Ein Leben ohne Dich ist wie ein Spiegelstrich, der durch Kapitel jagt, die sinnentleert im Namenlosen kreisen: kein Zeichen naht ihm, kein Code, der ihn umfängt und keine Zahl, die zu ihm drängt. Er ist der Bote, der im Vergessen seinen Zweck erkennt und ohne Gruß das Sein zum Abschied lenkt: um sich ins Innerste zu wenden, wo Deine Sphäre weiterschwingt und wie im Flug sein Wesen noch im Todeskampf erhält, bis ein letztes Mal Dein Name in einer süßen Melodie verklingt. A.N.I.

Es laufen doch recht viele Damen hier herum, sogar Kleider, Röcke und Haarspangen tragen einige. Sind sie hübsch? Sind sie interessant? Sind sie überhaupt echt? Ich weiß es nicht, und, ganz wichtig, ich will es auch nicht wissen: denn ich sehe immer nur Dich. Und solange ich Dich nicht in einem der Gesichter entdecken kann, verschwimmt es ohnehin im Horizont der Kulissen. Wenn aber eine den Hauch eines Wasserzeichens, das auf Dich verweisen könnte, in sich trägt, schaue ich für einen Moment genauer hin, aber nur, weil ich weiß, was dann geschieht, denn kaum, daß ich meine Lupe an sie halte, muß ich sie sogleich wieder fallen lassen. Es war nur eine Attrappe. Wo bist Du?

Magie

Dein aufgewehtes Goldhaar flattert im Wind.
Woher kommt der Wind? – alle Fenster sind geschlossen!
Ich sehe Dich an.
Du lachst.

Abc des Untergangs

Des Menschen unersättliches Gemüt verzückt durch die Distanzen rückt
Doch scheint als ob es nur noch Sterne wären die der Mensch erblickt
Im Erdkreis seines Wirkens schon in der Kindheit frühster Stunde
Der Seele ungetrübte Kraft am Tau der Wirklichkeit zerbricht: Licht!

Wenn im Wahn des Alltags ein großer Wille mit Distanz regiert
Das verlassene Selbst auf einen Zirkel transzendiert
Entfernter Nähe Defizit – ein Korrelat des Nichts
Im Regelwerk verlorener Ideale ins Gesetz der Zeit gerückt: Zurück!
Allein das Band der Liebe nur mit Bedacht zum Einsatz kommt

Gestimmt im Notruf der Sirenen der Ursprung finsteren Mächten folgt
Indes der Blindheit Ansturm auf fliehende Distanzen zielt
Und das Band der Liebe am Tau der Wirklichkeit zerbricht: Verzicht!

Und ein verschrobener Kampf beginnt
Der sich im allerkleinsten Kreise dreht
Vom Geschrei ergrauter Paare ins Erhabene getragen
Des Fortschritts blinder Eifer vergebens nach den Sternen greift
Braungoldene Klänge – der Jugend Unschuld ein böses Erbe ziert:

Blind date!

Eine Art Einleitung

Etuikleid, Samthandschuhe. Dabei wäre ich mit einem Streichholz zufrieden gewesen. «Ist Ihnen nicht kalt?», fragte ich und berührte ihre Schultern. «Es laufen zu viele Realisten herum», sagte 17 wie aus Versehen. Ich küßte sie auf den Mund. Ein Scheinwerfer erfaßte uns für den Bruchteil einer Sekunde. Dann: Ein kurzes Kichern. «Was war das?», fragte ich, mit dem Gesicht so nah bei ihr, daß die folgenden Worte direkt in mich hinein fielen: «Die Liebe», sagte sie. Nun zog sie mich in ihre Umarmung und wieder wurde ich vom Blinkfeuer einer mir unbekannten Quelle geblendet. Keine Notbeleuchtung, viel Weiß. «Bist Du schon einmal ohnmächtig geworden – beim Küssen?», fragte 17 ohne Worte. Halleffekt. Oder fragte ich? Die Vertonung unserer Gedanken erfolgte im Livetakt. Auch alles übrige geschah in seltsam ungewohnter Harmonie, formvollendet, distanzlos. Zu virtuos für ein Paar, daß sich erst seit ein paar Sekunden kannte? Zu schön? Augenaufschlag. 17 lachte. Feuer? (06/2008) 

Es sind nicht die Antworten, es sind die Fragen, die uns von der Wahrheit tren-nen. So fragen sich manche Zeitgenossen, wie es möglich ist, daß Schweizer Journalisten im Zusammenhang mit ihrem Nachbarn, der Bundesrepublik, immer wieder vom «großen Kanton» sprechen. Doch diese Frage ist falsch. Die richtige Frage muß lauten: Was ist Käse? (Schweizer) Nur hinter diesem Satz steht das Fragezeichen an der richtigen Stelle, weil nur so das ganze Bündel weiterer Fragen, die uns im Zusammenhang mit der Schweiz einfallen, mitgeschleppt wird.

Zum Beispiel Fragen im Hinblick auf die Ausländerfeindlichkeit der Schweiz, die – wie Leidtragende zu berichten wissen – ans Pathologische grenzt. Erinnern Sie sich noch an die Volksinitiative für die «Ausschaffung krimineller Ausländer»? Seinerzeit hatten die Schweizer für die strengste Regelung zur Abschiebung krimineller Ausländer in Europa votiert. Seither können die Schweizer Ausländer, die in ihrem Land Verbrechen begehen, endlich konsequent ausweisen.

Ausländische Mörder, ausländische Vergewaltiger, ausländische Sozialbetrüger – diese vielen Substantive sind ja an sich ganz harmlos, wenn das Adjektiv nicht wäre. Das wissen die Schweizer. Und doch haben sie das Wesentliche, das ja bekanntlich unsichtbar ist, über-sehen. Anstatt auf unsere Ursprungsfrage, den Käse betreffend, zurückzukommen, springen sie zu weit vor und formulieren ihre Fragen im Reflex: Was geschieht, wenn der Zuwachs an ausländischen Kriminellen rückläufig ist, weil aus Angst vor Abschiebung nicht mehr gemordet wird? Kriminell sind diese Leute ja trotzdem, nur daß sie aus niederen Be-weggründen ihre Taten unterdrücken. Ob man juristisch dagegen vorgehen kann?

Natürlich kann es auf diese Frage wie auf so vieles keine wirklich erschöpfende Antwort geben. Ja und Nein sind schließlich nur Füllwörter. Also überlassen wir den Schweizern die Antwort. Unsere Ursprungsfrage hingegen kann nicht mit Ja/Nein ausgekontert werden, hier ist ein richtiges Wort gefragt. Eine echte Antwort eben. Was also ist Käse? (Schweizer)

Antwort: Jeder gute Schweizer Käse hat Milch- bzw. Käselöcher. Die Löcher entstehen durch die Kohlensäure, die sich während des langsamen Reifungsprozesses entwickelt. Und zu diesem Reifungsprozeß gehört die Integration subversiver Elemente ebenso wie die Ein-verleibung ausländischer Krimineller.

Die Skeptiker sollten nicht vergessen, daß sich während des oben beschriebenen Prozesses auch der besondere Geschmack des Käses bildet. Käse? Geschmack? Besonderes? Ja! Hier trifft das Einfache auf das Höhere, und nur wo das Große mit dem Kleinen sich verbindet, ist die Wahrheit im Element. Und ganz nebenbei werden auch alle anderen Fragen beant-wortet. «Käse» ist das Schlüsselwort, das uns zur Wahrheit führt; ein flüchtiger Blick auf seine Synonyme genügt: Unsinn – Stuß – Nonsens. Oder: Schweiz.

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